Archive for the ‘SSD’ Category

S.M.A.R.T Daten von Festplatten und SSDs abfragen

25 August 2018

Falls man Probleme mit Festplatten bekommt, dann helfen oft genauere Informationen zum Problem. Hier bin ich schon Mal kurz auf dieses Thema eingegangen: https://newyear2006.wordpress.com/2016/10/31/laufwerk-unter-windows-auf-mgliche-probleme-prfen/. Im Zweifel benötigt man aber mehr Daten oder noch besser eine Möglichkeit direkt ein Gerät prüfen zu können. Seit Jahren gibt es die Open Source Software SmartMonTools https://sourceforge.net/projects/smartmontools/. Sie ist auf allen bekannten System verfügbar. Für spezielle Einsatzbereiche z. B. beim Microsoft Hyper-V Server gibt es sogar extra eine reine 64-Bit Version. Das tolle an SmartMonTools ist, dass diese aktiv gepflegt werden und nun anfangen NVME-Geräte mit abzudecken.

Installation
Die aktuelle Version ladet man sich am zuverlässigsten beim Github-Mirror herunter: https://github.com/smartmontools/smartmontools/releases. Man bekommt zwar eine Setup-EXE heruntergeladen, muss diese aber nicht ausführen und kann statt dessen direkt mit 7Zip die benötigten Dateien herausholen. Im Grunde wird nur SmartCtl.exe benötigt.

Übersicht verfügbarer Laufwerke
Um eine Übersicht der ansprechbaren Laufwerke zu bekommen, ruft man

.\smartctl.exe –scan

auf und erhält z. B.

/dev/sda -d ata # /dev/sda, ATA device
/dev/sdb -d ata # /dev/sdb, ATA device
/dev/sdc -d ata # /dev/sdc, ATA device
/dev/sdd -d ata # /dev/sdd, ATA device
/dev/sde -d ata # /dev/sde, ATA device
/dev/sdf -d ata # /dev/sdf, ATA device
/dev/sdg -d sat # /dev/sdg [SAT], ATA device

angezeigt. Ruft man auf diesem System

Get-PhysicalDisk | select friendlyname, model

in Powershell auf, so erhält man diese Ausgabe

friendlyname  model
————  —–
PhysicalDisk5 WDC WD10JPVT-16A1YT0
PhysicalDisk6 Elements 25A1
PhysicalDisk1 Samsung SSD 850 PRO 1TB
PhysicalDisk4 WDC WD10JPVT-16A1YT0
PhysicalDisk0 INTEL SSDSC2CW480A
PhysicalDisk3 Samsung SSD 840 EVO 1TB
PhysicalDisk2 Samsung SSD 840 EVO 1TB

Das ist ein schönes durcheinander. Wenn man nun aber eine gewisse Interoperabilität haben möchte, muss man einfach dieses Mapping anwenden:

/dev/sda => PhysicalDisk0
/dev/sdb => PhysicalDisk1
/dev/sdc => PhysicalDisk2
usw.

Diese Regel gilt in den meisten Fällen. Ausnahmen sind in der Anleitung unter Windows am Anfang beschrieben.

Um einfacher Skripte mittels Powershell und SmartMonTools schreiben zu können, habe ich dieses Script erstellt:

Damit kann man ganz einfach zwischen den beiden Formaten hin und her konvertieren:

Convert-LinuxDeviceAndWinPhysicalDrive "/dev/sda"

gibt PhysicalDrive0 zurück und

Convert-LinuxDeviceAndWinPhysicalDrive "PyhsicalDrive0"

gibt /dev/sda zurück.

Allgemeine Informationen zu einem Laufwerk abfragen
Bevor man ins Detail geht, möchte man vielleicht sich vergewissern, dass man das richtige Laufwerk bearbeitet oder anschaut, dies erfolgt mit dem Parameter –i

.\smartctl.exe -i /dev/sdb

dabei erhält man z. B. diese Ausgabe:

smartctl 6.6 2017-11-05 r4594 [x86_64-w64-mingw32-2012r2] (sf-6.6-1)
Copyright (C) 2002-17, Bruce Allen, Christian Franke, www.smartmontools.org

=== START OF INFORMATION SECTION ===
Model Family:     Samsung based SSDs
Device Model:     Samsung SSD 850 PRO 1TB
Serial Number:    S222NXBG110522B
LU WWN Device Id: 5 001138 8302afec0
Firmware Version: EXM02B6Q
User Capacity:    1.024.209.543.168 bytes [1,02 TB]
Sector Size:      512 bytes logical/physical
Rotation Rate:    Solid State Device
Device is:        In smartctl database [for details use: -P show]
ATA Version is:   ACS-2, ATA8-ACS T13/1699-D revision 4c
SATA Version is:  SATA 3.1, 6.0 Gb/s (current: 6.0 Gb/s)
Local Time is:    Sat Aug 25 21:04:37 2018 WEDT
SMART support is: Available – device has SMART capability.
SMART support is: Enabled

S.M.A.R.T. Daten abfragen
Will man nun S.M.A.R.T.-Informationen zu einem Laufwerk haben, so kann man ganz einfach

.\smartctl.exe -A /dev/sdb

verwenden. Dies liefert – je nach Laufwerk – z. B. diese Daten:

smartctl 6.6 2017-11-05 r4594 [x86_64-w64-mingw32-2012r2] (sf-6.6-1)
Copyright (C) 2002-17, Bruce Allen, Christian Franke, http://www.smartmontools.org

=== START OF READ SMART DATA SECTION ===
SMART Attributes Data Structure revision number: 1
Vendor Specific SMART Attributes with Thresholds:
ID# ATTRIBUTE_NAME          FLAG     VALUE WORST THRESH TYPE      UPDATED  WHEN_FAILED RAW_VALUE
  5 Reallocated_Sector_Ct   0x0033   099   099   010    Pre-fail  Always       -       7
  9 Power_On_Hours          0x0032   096   096   000    Old_age   Always       -       15905
12 Power_Cycle_Count       0x0032   099   099   000    Old_age   Always       -       2
177 Wear_Leveling_Count     0x0013   099   099   000    Pre-fail  Always       -       20
179 Used_Rsvd_Blk_Cnt_Tot   0x0013   099   099   010    Pre-fail  Always       -       7
181 Program_Fail_Cnt_Total  0x0032   100   100   010    Old_age   Always       -       0
182 Erase_Fail_Count_Total  0x0032   100   100   010    Old_age   Always       -       0
183 Runtime_Bad_Block       0x0013   099   099   010    Pre-fail  Always       -       7
187 Uncorrectable_Error_Cnt 0x0032   095   095   000    Old_age   Always       -       49984
190 Airflow_Temperature_Cel 0x0032   079   100   000    Old_age   Always       -       21
195 ECC_Error_Rate          0x001a   199   199   000    Old_age   Always       -       49984
199 CRC_Error_Count         0x003e   100   100   000    Old_age   Always       -       0
235 POR_Recovery_Count      0x0012   100   100   000    Old_age   Always       -       0
241 Total_LBAs_Written      0x0032   099   099   000    Old_age   Always       -       13132430686

Anleitung
Eine umfangreiche Anleitung mit vielen weiteren Beispielen findet sich auf der Wiki Seite, hier der Link zur aktuellen Version: https://www.smartmontools.org/browser/tags/RELEASE_6_6/
smartmontools/smartctl.8.in
. Zur neuesten Fassung – das ist aber die in der Entwicklung befindlichen Version – gelangt man über: https://www.smartmontools.org/browser/trunk/smartmontools/smartctl.8.in

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Laufwerk unter Windows auf mögliche Probleme prüfen

31 Oktober 2016

Wann gibt das Laufwerk seinen Geist auf? Sei es eine herkömmliche Festplatte, SSD oder NVME alle sprechen Sie das sogenannte S.M.A.R.T-Protokoll. Damit können Probleme und mögliche Laufwerksausfälle frühzeitig erkannt werden.

Seither müsste man dazu immer irgendwelche Tools laden oder im UEFI/BIOS nachschauen. Wenn man Glück hatte, hat einen der Rechner beim Booten auf etwaige anstehende Probleme aufmerksam gemacht.

Cool ist, dass Windows, mal wieder mittels WMI eine ganz einfache Abfragemöglichkeit mitbringt:

$Para=@{Namespace="root\wmi"
Class="MSStorageDriver_FailurePredictStatus"
ErrorAction="Silentlycontinue"}

Get-WmiObject @Para | Select InstanceName, PredictFailure,
Reason | Format-Table –Autosize

Ausgegeben wird dann sowas:

InstanceName   : SCSI\Disk&Ven_Samsung&Prod_SSD_840_EVO_750G\4&15828421&0&000000_0

PredictFailure : False

Reason         : 0

InstanceName   : SCSI\Disk&Ven_Samsung&Prod_SSD_840_EVO_750G\4&15828421&0&010000_0

PredictFailure : False

Reason         : 0

InstanceName   : SCSI\Disk&Ven_&Prod_ST95005620AS\4&15828421&0&020000_0

PredictFailure : False

Reason         : 0

Solange bei PredictFailure False dran steht, ist alles ok.

Weitere Infos findet man hier: https://blogs.msdn.microsoft.com/san/2011/08/11/have-you-ever-wanted-to-know-if-your-disk-is-going-to-fail-before-it-does/

Self Encrypting Drives (SED) und Probleme mit gelöschten Bitlocker Partitionen

1 Oktober 2016

Wenn man eine SSD mit Hardwareverschlüsselung hat, z. B. eine Samsung 850 Pro mit  AES 256-bit Verschlüsselung (Class 0), TCG/Opal, IEEE1667 (Encrypted drive), dann kann es passieren, dass man diese SSD nicht mehr in ein Raid aufnehmen kann. Beim Versuch die SSD in einen dynamischen Datenträger zu konvertieren erhält man die Meldung:

"Der Datenträger konnte nicht konvertiert werden, da die Sicherheit auf mindestens einer Partition aktiviert ist."

Man hat davor schon ein Clean mittels Diskpart ausgeführt und dann so was? Man hat eine leere SSD und kann sie nicht nutzen. Das abschalten von Bitlocker ist jetzt auch nicht mehr möglich, da die Bitlockerpartition durch Clean ja gelöscht wurde.

Zum Glück gibt es ein Tool, welches die Wiederherstellung, zumindest der Funktion aber nicht der Daten, erlaubt. Bei Samsung läuft es unter dem Begriff “PSID revert”, welches man im Internet und nach Anfrage beim Samsung Support erhalten kann. Bei SanDisk heißt es “Crypto Erase”.

Hier noch Infos unter Windows 10 Anforderungen für verschlüsselte Laufwerke: https://technet.microsoft.com/en-us/itpro/windows/keep-secure/encrypted-hard-drive, hier ein ausführliches Beispiel wie man die Funktion einrichtet und wie man PSID anwendet: https://forums.anandtech.com/threads/secure-erasing-840-evo-e-drive-can-it-be-done.2366848/, hier nochmal zusätzlich eine weitere Anleitung: http://www.mcbsys.com/blog/2014/07/set-up-a-lenovo-ts140-with-an-edrive/.

Wer sich nun nicht auf dubiose Quellen im Internet einlassen möchte, der verwendet den Sourcecode für eine “PSID revert” Alternative namens sedutil-cli: https://github.com/Drive-Trust-Alliance/sedutil, sedutil ist für alle wichtigen Plattformen verfügbar: https://github.com/Drive-Trust-Alliance/sedutil/wiki/Executable-Distributions. Hier ist die Anwendung von seduti-cli beschrieben: https://github.com/Drive-Trust-Alliance/sedutil/wiki/PSID-Revert. Hier noch eine FAQ, wo auch wichtige Verhaltensweisen und Begriffe kurz angesprochen werden: https://github.com/Drive-Trust-Alliance/sedutil/wiki/FAQ.

Übrigens TCG steht für Trusted Computing Group, das sind die auch mit den TPM-Spezifikationen, diese hat hier einige Infos zu OPAL: http://www.trustedcomputinggroup.org/resource-directory/?search_query=opal&tax_category=76&tax_post_tag=&order=DESC&subbtn=Go

Hier noch Infos zur Opal Storage Specification: https://en.wikipedia.org/wiki/Opal_Storage_Specification. Unterschied zwischen Opal 1.0 und Opal 2.0: https://www.winmagic.com/blog/2013/06/03/opal-1-0-vs-opal-2-0-self-encrypting-drives-seds-faq/.

Da ich jetzt ewig gesucht habe, wo der Begriff OPAL herkommt, hier eine Erläuterung:

Full-disk encryption (FDE) used to be a software-only proprietary solution. But over the past couple of years, a hardware based hard drive standard has emerged in the form of Opal Security Subsystem Class, or just Opal for short.
http://www.esecurityplanet.com/network-security/The-Pros-and-Cons-of-Opal-Compliant-Drives-3939016.htm

Wo hängts im System? Bei der Analyse von langsamen Windowsrechnern hilft das Windows Performance Analysis Toolkit (WPT)

23 Mai 2012

Ein sehr interessanter Artikel über die modernen Möglichkeiten herauszufinden, warum eine Anwendung langsam ist. In den meisten Fällen liegt es an den Speichern und der Kommunikation damit. Vor allem bei herkömmlichen Festplatten kann Bauart bedingt viel Zeit drauf gehen.

Aber auch wer eine schnelle SSD hat und sich wundert warum etwas nicht so schnell funktioniert, wie erwartet, der findet in diesem Artikel eine gute Beschreibung wie man dem Problem auf den Zahn fühlen kann: http://blogs.technet.com/b/robertsmith/archive/2012/02/07/analyzing-storage-performance-using-the-windows-performance-toolkit.aspx

SSD-TRIM Support bei Apple OS X Lion

2 Januar 2012

Schon immer wieder komisch aber eigentlich irgendwo klar. Apple OS X Lion hat keinen direkten TRIM Support für SSDs wenn diese nachträglich eingebaut werden. Hier die Infos und die Möglichkeiten es zu ändern: http://www.storagereview.com/how_enable_trim_nonapple_ssd

SSD Defragmentierung unter Windows 7 und Trim Befehl

26 November 2009

Aufgeschreckt durch diesen Artikel: http://blogs.technet.com/filecab/archive/2009/11/25/windows-7-disk-defragmenter-user-interface-overview.aspx, hat sich folgendes ergeben.

Obwohl ja Windows 7 offiziell den Trim Befehl bei SSD Festplatten unterstützt http://blogs.msdn.com/e7/archive/2009/05/05/support-and-q-a-for-solid-state-drives-and.aspx, ist die Sache wie immer nicht so einfach.

Denn eine SSD muss von Windows 7 erstmal als SSD erkannt werden, sonst wird sie wie eine schnelle Festplatte behandelt. Mit allen Konsequenzen! Z. B. auch eines unnötigen Defragmentierungslauf, der nicht nur die Lebensdauer der SSD verkürzt sondern auch noch gleichzeitig unnötig die Akkulaufzeit eines Notebook oder Netbooks reduziert.

Angeblich soll der Befehl

fsutil behavior query DisableDeleteNotify

0 liefern, wenn der Trim Befehl aktiv ist, oder auch nicht. Durch zum jetzigen Zeitpunkt immer noch nicht verfügbare offizielle Information von Microsoft hat mal wieder Google die Meinungsführerschaft übernommen, so das reih auf und reih ab darüber Spekuliert wird. http://www.hardwareluxx.de/community/showthread.php?t=615540. Witzig auch dieser Forumseintrag: http://social.technet.microsoft.com/Forums/en-US/w7itprohardware/thread/d06e1cb5-d518-447e-b3d6-db2d580899cb. Ein Microsoft-Mitarbeiter verweist auf den obigen Blogeintrag, aber meines Erachtens stimmt da was nicht, denn auch bei einer normalen Festplatte kommt bei DisableDeleteNotify 0 als Ergebnis.

Aber jetzt zu meinem eigentlichen Problem die Defragmentierung. Wie stelle ich zuerst mal fest, ob der Defragmentierungsdienst läuft? Tja liebe Freunde der GUI, Pech gehabt. Seit Windows Vista gibt es so viele Anwendungs- und Dienstprotokolle, dass man Tage mit verbringen kann den richtigen Dienst zu finden. Auch die Möglichkeit Filter zu setzen ist nicht so der schnelle Bringer.

Aber als neuer bekennender Fan von Powershell, erledigen wir die Sache kurz mal damit:

Get-EventLog System | Sort-Object TimeGenerated | Where-Object {$_.Message –like "*defrag*"} | fl

Dieser Befehl gibt die neuesten Einträge als letztes aus. Nun weiß man also wann in der Richtung das letzte mal was passiert ist.

Da getreu dem Motto von Windows 7 mit den Triggered Events nur das laufen soll, was benötigt wird, läuft der Defragmentierungsdienst auch nicht immer.

Um nun das Defragmentieren zu Unterbinden, sucht man in der Aufgabenplanung den Defrag-Eintrag. Man hat nun die Option den Eintrag komplett zu löschen, zu deaktivieren oder beim Aufruf von Defrag.EXE mit dem Parameter /E eine Ausnahme für das betreffende Laufwerk anzugeben. Wie es einem beliebt.

Bleibt noch die Frage, ob an Defrag noch weitere Dinge kleben, die durch die Ausnahme nun nicht mehr funktionieren, mal sehen.