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Wiederherstellungsumgebung WinRE.WIM aus Windows ISO-Datei extrahieren

2 Juli 2017

Für bestimmte Zwecke benötigt man die WinRE.WIM-Datei. WinRE ist die Wiederherstellungsumgebung für Windows. WinRE gibt es quasi seit Windows Vista und wurde Version um Version weiter ausgebaut. WinRE.WIM findet vor allem bei aktuellen Windows 10 und Windows Server 2016 Systemen Anwendung.

Um WinRE.WIM zu erhalten gibt es verschiedene Wege. Der einfachste ist auf einem bestehenden System die versteckte Wiederherstellungspartition mit einem Laufwerksbuchstaben zu versehen und dann unter X:\Recovery\WindowsRE mittels

attrib –s –h winre.wim

die WinRE.WIM-Datei sichtbar zu machen. Danach kann man sie wegkopieren.

Allerdings kann es Fälle geben, da möchte man sicher sein, dass die WinRE.WIM-Datei vom Original stammt. In diesem Fall kann man die WinRE.WIM-Datei aus bestehenden ISO-Dateien herauskopieren. Allerdings ist dieser Weg nicht sofort offensichtlich, denn es muss zunächst die ISO-Datei und zusätzlich die INSTALL.WIM-Datei eingehängt werden.

Auf einem aktuellen Windows 10 System mit Powershell-Unterstützung sieht der Vorgang z. B. so aus:

#Requires –RunAsAdministrator
# ISO-Datei sollte als absoluter Pfad angegeben werden, keine Remotelaufwerke, sonst klappt es manchmal nicht:
$iso=’D:\ISOs\de_windows_10_multiple_editions_
version_1703_updated_march_2017_x86_dvd_
10191741.iso‘
$im=Mount-DiskImage -ImagePath $iso -PassThru
If ($im.Attached) {
  $isoDrive=(Get-DiskImage –DevicePath $im.DevicePath | Get-Volume).DriveLetter
}

So nun sollte $isoDrive den Laufwerksbuchstaben des eingehängten ISO-Images haben. Mit diesem kann man dann weiterarbeiten und die Install.Wim einhängen:

# Verzeichnis zum Einhängen von Install.WIM anlegen
md $env:TEMP\WinRE
Mount-WindowsImage -ImagePath "$($isoDrive):\sources\install.wim" -Index 1 -path "$env:Temp\WinRE" -ReadOnly

Nach dem Kopiervorgang kann man nun auf die WinRE.WIM zugreifen:

dir $env:Temp\WinRE\windows\System32\Recovery\Winre.wim

Man könnte sie z. B. in das ADK für WinPE kopieren, damit man eine individuelle RettungsCD erstellen kann:

# bei x86:
copy $env:Temp\WinRE\windows\System32\Recovery\Winre.wim "${env:ProgramFiles(x86)}\Windows Kits\10\Assessment and Deployment Kit\Windows Preinstallation Environment\x86\en-us"

# oder bei x64:
copy $env:Temp\WinRE\windows\System32\Recovery\Winre.wim "${env:ProgramFiles(x86)}\Windows Kits\10\Assessment and Deployment Kit\Windows Preinstallation Environment\x64\en-us"

Hat man die Datei dann wegkopiert, sollte man die Umgebung noch wieder aufräumen, damit alles seine Ordnung hat:

Dismount-WindowsImage  -path $Env:Temp\WinRE  -Discard
DisMount-DiskImage -ImagePath $iso

USB-Bootstick von einer Windows-ISO erstellen, MasterbootRecord (MBR)-Variante

6 März 2017

In Bezug zu diesem Artikel https://newyear2006.wordpress.com/2009/09/19/windows-vista-windows-7-usb-boot-stick-erstellen/, hier ein Update um die einzelnen Dinge per Powershell hinzubekommen. Dadurch wird es möglich eine beliebige aktuelle Microsoft ISO-Datei (von Vista bis Server 2016) zu verwenden und deren Inhalt auf einem bootbaren USB-Stick zu erhalten. Damit die unten stehenden Powershellbefehle verfügbar sind, braucht man mindestens Windows 8.1, getestet habe ich es mit Windows 10.

Diese Methode könnte man auch mit leichter Variation verwenden, um eine bootbare VHD oder VHDX für einen Hyper-V zu bekommen. Aber dies vielleicht ein anderes Mal.

Ein weiterer Vorteil bei diesem Weg kann man auch Modifikationen der zu installierenden Dateien vornehmen. So kann man z. B. die EI.CFG bearbeiten, bevor man die eigentliche Installation beginnt. https://newyear2006.wordpress.com/2009/12/13/windows-7-versionsauswahl-bei-installation/. Oder man könnte die Eingabe des Produktschlüssels umgehen: https://newyear2006.wordpress.com/2012/08/30/windows-8-eingabe-des-produktschlssels-bei-der-installation-umgehen/. Noch eine Variante: https://newyear2006.wordpress.com/2013/09/13/windows-8-1-mit-product-key-von-windows-8-installieren/.

Damit die folgenden Befehle auch funktionieren, braucht man eine Powershell-Eingabeaufforderung mit Administratorrechten.

Auswahl des USB-Sticks
Da wir hier gezielt die Daten auf einen USB-Stick schreiben wollen und bei den Aktionen auch mal schnell die falsche Platte gelöscht werden kann, lassen wir uns nur Geräte die als Wechseldatenträger (Removable Storage) auftauchen anzeigen.

$diskObj = Get-Volume | Where DriveType –eq Removable | Get-Partition | Get-Disk | Out-GridView –Title "USB-Stick auswählen" –PassThru

Um auf vom Volume zur Disk zu kommen, muss man den Umweg über die Partition machen. Am Ende sorgt Out-GridView, dass nur ein Stick ausgewählt werden kann.

Wer hier nichts angezeigt bekommt, der hat womöglich einen Stick der als interne Festplatte erkannt wird. Vor allem USB-Sticks die “Windows to Go” geeignet sind, werden so also nicht erkannt. Wer möchte, kann dazu diese Variante wählen:

$diskObj = Get-Disk | Out-GridView –Title "USB-Stick auswählen" –PassThru

Wer auf einem Hyper-V oder Nano-Server arbeitet, der hat Out-GridView nicht zur Verfügung, der kann auch diese Variante verwenden:

Get-Disk | select Number, FriendlyName, @{Name="Total Size"; Expression={"{0:N2} GB" –f ($_.Size/1GB)}}

Es werden alle Laufwerke aufgelistet und man wählt eines aus:

$diskObj = Get-Disk –Number X

Egal welche Methode man gewählt hat, man sollte nun in $diskObj ein Objekt vom Typ MSFT_Disk haben.

USB-Stick löschen und formatieren
Nun geht es ans eingemachte. Für alle, die nicht wissen, was sie tun, hier kann man schnell seine Platte löschen, wenn man oben nicht das richtige Laufwerk ausgewählt hat!

$diskNr = $diskObj.Number

Get-Disk –Number $diskNr | Clear-Disk –RemoveData

muss mit Ja bestätigt werden.

$part=New-Partition –DiskNumber $diskNr –UseMaximumSize –IsActive

$part | Format-Volume –FileSystem NTFS –NewFileSystemLabel "BootDisk"

hier darf kein –Full angegeben werden, dann ist es automatisch eine Quick-Formatierung.

Add-PartitionAccessPath –Disknumber $diskNr –PartitionNumber $part.PartitionNumber –AssignDriveletter

Laufwerksbuchstaben holen:

$drive = (Get-Partition –DiskNumber $diskNr –PartitionNumber $part.PartitionNumber).DriveLetter

ISO-Datei auswählen
So, nun muss das ISO-Image geladen werden, hier wieder komfortabel per Auswahl die ISO-Datei ausgewählt:

$isoFile = Get-Item .\myIsoPath\*.ISO | Out-GridView –Title "ISO auswählen" –PassThru

Möchte man eine ISO-Datei direkt angeben oder liegt die ISO-Datei im aktuellen Pfad, dann kann auch der direkte Weg benutzt werden:

$isoFile = Get-Item (Resolve-Path .\myIsoFile.ISO)

Nun muss die ISO-Datei eingehängt werden und der zugeordnete Laufwerksbuchstabe ermittelt werden. Allerdings gibt es hier mal wieder ein kleines Problem! Die ISO-Datei darf nicht mittels UNC-Pfad angegeben werden bzw. darf nicht auf einem Remotelaufwerk liegen, sonst wird sie nicht richtig eingehängt, bzw. es wird kein Laufwerksbuchstabe zugeordnet. Nachdem ich ewig lang gezweifelt habe, habe ich jemand anderes gefunden, der genau das gleiche Problem entdeckt hat: https://github.com/VirtualEngine/Lability/issues/28#issuecomment-159657191. Kurz gesagt, Get-Volume liefert nicht den Laufwerksbuchstaben der ISO-Datei, allerdings liefern PS-Drive, Win32_Volume den Laufwerksbuchstaben! Mal wieder ein krasser Bug. Also Vorsicht!

$image=Mount-DiskImage –ImagePath $isoFile.Fullname –PassThru
$imageDrive=($image|Get-Volume).DriveLetter

Bootsector schreiben
Damit von dem USB-Stick auch gebootet werden kann, muss natürlich ein Boot-Sektor geschrieben werden.

Start-Process –Wait "$($ImageDrive):\Boot\BootSect.Exe" –ArgumentList "/NT60","$($drive)"

Dateien der ISO auf den Stick kopieren:

xcopy.exe "$($ImageDrive):\*.*" "$($drive):\" /s /h

So nun sollte alles auf dem Stick sein, so dass von diesem gebootet werden kann.

Noch wichtig: Was tun, wenn der Stick beim Bootvorgang nicht auftaucht? Im UEFI BIOS sollte dann die SecureBoot-Einstellung überprüft werden, ob beliebige Betriebssysteme gebootet werden können oder nur SecureBoot-fähige.

Ein späterer Artikel soll die SecureBoot- also UEFI-fähige Variante nachliefern.

Vorhandene Windowsversionen aus Windows-Installations-ISO-Datei ausgeben

30 Dezember 2014

Wenn man eine Windows-Installations-ISO-Datei hat und schnell wissen möchte, welche Versionen darin enthalten sind, gibt es verschiedene Möglichkeiten dies herauszufinden.

Wenn man Windows 8 oder neuer hat, dann kann man dies mittels Powershell über diesen Einzeiler:

$m=Mount-DiskImage -ImagePath "C:\Temp\MS-ISOs\de_windows_8.1_with_update_x64_dvd_6051485.iso" -PassThru ; Get-WindowsImage -ImagePath "$(($m| Get-Volume).DriveLetter):\sources\install.wim";
$m|Dismount-DiskImage

Führt zum Ergebnis:

Index       : 1
Name        : Windows 8.1 Pro
Description : Windows 8.1 Pro
Size        : 13.324.853.116 bytes

Index       : 2
Name        : Windows 8.1
Description : Windows 8.1
Size        : 13.260.872.008 bytes

Der Reihe nach:

$m=Mount-DiskImage -ImagePath "C:\Temp\MS-ISOs\de_windows_8.1_with_update_x64_dvd_6051485.iso" -PassThru ;

Öffnet eine ISO-Datei und reicht das Objekt an $m weiter.

Get-WindowsImage -ImagePath "$(($m| Get-Volume).DriveLetter):\sources\install.wim";

Ermittelt den bei Mount-DiskImage vergebenen Laufwerksbuchstaben und schaut unter diesem im Verzeichnis nach der X:\Sources\Install.WIM-Datei. Dort werden mittels Get-WindowsImage die verfügbaren Versionen ermittelt und ausgegeben.

$m|Dismount-DiskImage

Entfernt das eingehängte ISO-Image wieder. Das wars.

ISO-Dateien in Windows 8 mittels Powershell 3.0 einbinden

11 März 2012

Unter Windows 8 gibt es nun direkt die Möglichkeit über den Windows Explorer ISO-Dateien egal ob CD- (CDFS) oder DVD(UDF)-Images einzubinden. Einfach die ISO-Datei doppelklicken und schon ist die ISO-Datei als Laufwerk eingebunden.

Interessanter ist die Sache natürlich wenn man es automatisieren kann. Dank Powershell 3.0 und der Fülle von neuen Cmdlets die unter Windows 8 zur Verfügung stehen gibt es nun auch die Möglichkeit ISO-Dateien einzubinden. Übrigens kann man nun auch VHD und die neuen VHDX-Dateien über Powershell einbinden.

So kann man mittels

Mount-DiskImage –ImagePath C:\Path\ISOFile.ISO

eine ISO-Datei einbinden. Man bekommt zwar automatisch einen Laufwerksbuchstaben zugewiesen und kann den Inhalt der ISO-Datei direkt ansprechen. Blöd ist nur, dass man kein Objekt zurück bekommt. Wie kann man nun automatisiert den Laufwerksbuchstaben zurückbekommen? Mittels

Get-DiskImage –ImagePath C:\Path\ISOFile.ISO

bekommt man die nötigen Informationen. Mit diesen Informationen kann man dann auch den zugewiesenen Laufwerksbuchstaben erhalten:

Get-DiskImage –ImagePath C:\Path\ISOFile.ISO | Get-Volume

Der Laufwerksbuchstabe ist im Property DriveLetter enthalten.

Möchte man eine ISO-Datei wieder entladen, dann kann man dies mittels

Dismount-DiskImage –ImagePath C:\Path\ISOFile.ISO

erreichen.

Bei den Aufrufen bei Get-DiskImage und Dismount-DiskImage kann man anstatt dem Parameter –ImagePath auch den Parameter –DevicePath verwenden, dies sieht z. B. so aus:

Dismount-DiskImage –DevicePath \\.\CDROM0